Was sich für dich ändert
Als gebuchter DJ hast du eine Aufgabe: den Abend tragen, den jemand anderes verantwortet. Als Veranstalter hast du mehrere, und die Musik ist die kleinste davon. Der Laden bewertet dich nicht nach deinem Set, sondern nach dem, was über die Theke geht. Das klingt ernüchternd und ist eigentlich eine Erleichterung: Es ist die eine Kennzahl, an der alle im Raum dasselbe Interesse haben, und sie ist am Ende des Abends bekannt.
Das Zweite ist der Zeitpunkt: Der Abend beginnt nicht um zehn, sondern drei Wochen vorher. Und er entscheidet sich nicht an der Werbung, sondern an den Zusagen, die du persönlich eingeholt hast. Eine Einladung, die an alle geht, bringt kaum jemanden; eine Nachricht an eine bestimmte Person mit einem bestimmten Abend bringt oft zwei. Hier scheitern erste Partys — fast nie an der Musik.
Vier Abrechnungen, vier Risiken
Welche davon gilt, ist die wichtigste Frage des ganzen Vorhabens — und sie wird am häufigsten gar nicht gestellt.
| Abrechnung | Wer trägt das Risiko | Wann sie passt |
|---|---|---|
| Der Laden zahlt eine Gage | Der Laden — solange du lieferst | Du hast kein Geld-Risiko, aber dein Ruf hängt an der Zahl im Raum. Bleibt sie aus, bekommst du keinen zweiten Termin. Für einen ersten eigenen Abend die freundlichste Form. |
| Beteiligung am Umsatz | Geteilt — beide verdienen oder keiner | Nach unten kannst du nicht verlieren, nach oben aber auch nichts planen. Lass dir vorher sagen, wovon der Anteil gerechnet wird; das ist der Punkt, an dem hinterher gestritten wird. |
| Du behältst die Tür | Du — und der Abend hat eine Untergrenze | Der erste Schritt in echte Veranstalterschaft: Dein Geld hängt an der Zahl, die du selbst hereinholst. Klär, ob überhaupt Eintritt genommen werden darf — das ist nicht in jedem Betrieb so. |
| Du mietest den Raum | Du allein — auch nach unten | Volle Freiheit und volles Risiko: Die Miete ist fällig, ob zwanzig kommen oder zweihundert. Für einen ersten Abend die falsche Form, für eine eingespielte Reihe manchmal die einzige. |
Die zwei Regeln, an denen es hängt
Kläre die Abrechnung, bevor du wirbst. Solange nichts angekündigt ist, verhandelst du auf Augenhöhe: Der Laden hat einen leeren Abend, du hast Gäste. Sobald die erste Einladung draussen ist, kehrt sich das um — jetzt musst du stattfinden, und das weiss dein Gegenüber. Es braucht keinen Vertrag, aber eine Nachricht, in der Datum, Endzeit, wer die Tür macht und wer was bekommt in eigenen Worten stehen. Zwei Sätze schriftlich schlagen jede mündliche Zusage — nicht aus Misstrauen, sondern weil sich Erinnerungen unterscheiden.
Rechne mit einem Bruchteil der Zusagen. Wer zusagt, meint es ernst und hat trotzdem am Samstag etwas anderes vor; das ist keine Unehrlichkeit, sondern der Normalfall. Plane deshalb den Raum nach der Zahl, die du dir sicher bist, nicht nach der, die du dir wünschst. Ein kleiner Raum, der voll wird, sieht aus wie ein Erfolg und fühlt sich auch so an — derselbe Abend in einem doppelt so grossen Raum ist derselbe Abend und sieht aus wie ein Reinfall. Und für den nächsten Termin zählt, wie es ausgesehen hat.
Eine erste eigene Party in 6 Schritten
Die Reihenfolge ist wichtiger als bei einem Gig — jeder Schritt schliesst Möglichkeiten des nächsten aus.
Den Laden nach deiner Zahl wählen
Nicht nach dem Traum, sondern nach der Menge, die du dir sicher bist. Frag zuerst die Läden, in denen du schon aufgelegt hast oder Stammgast bist — dort kennt man dich, und ein bekannter Name bekommt einen Dienstagabend, den ein fremder nicht bekommt.
Die Abrechnung schriftlich festhalten
Datum, Anfang und Ende, wer die Tür macht, wer was bekommt, wer die Technik stellt. Zwei Sätze in einer Nachricht reichen. Das ist der letzte Moment, in dem du auf Augenhöhe verhandelst — danach musst du stattfinden.
Die Rechtsfragen beim Laden lassen
Musikrechte, Anmeldung, Sperrzeit: Frag einmal ausdrücklich nach, wer das übernimmt, und lass dir sagen, dass es geklärt ist. Deine Aufgabe ist es in aller Regel nicht — aber ein Betrieb ohne Antwort darauf ist auch sonst selten gut vorbereitet.
Drei Wochen vorher persönlich einladen
Nicht über einen Aushang für alle, sondern über einzelne Nachrichten an bestimmte Leute. Eine Einladung, die an alle geht, bringt kaum jemanden; eine an eine Person mit einem Datum bringt oft zwei. Diese Arbeit ist der Abend.
Jemanden dazunehmen, der eigene Gäste bringt
Ein zweiter DJ halbiert dein Set und verdoppelt im besten Fall den Raum. Für einen ersten Abend ist das der wirksamste Hebel überhaupt — und die geteilte Verantwortung macht den Abend nebenbei erträglicher.
Den zweiten Termin noch am selben Abend ansprechen
Solange der Laden zufrieden ist und die Zahlen frisch sind, ist die Frage eine Formalität. Eine Woche später ist sie eine Bewerbung. Ein Satz im Stehen reicht: „Machen wir das wieder?“
Fünf Fehler, die den zweiten Termin kosten
Werben, bevor die Abrechnung steht
Sobald die erste Einladung draussen ist, musst du stattfinden — und dein Gegenüber weiss das. Das ist der teuerste Fehler des ganzen Vorhabens, und er passiert aus Vorfreude.
Den zu grossen Raum nehmen
Dreissig Leute in einem vollen kleinen Raum sind ein Erfolg, dieselben dreissig in einem grossen ein leerer Abend. Für den nächsten Termin zählt, wie es ausgesehen hat.
Zusagen für Gäste halten
Wer zusagt, meint es ernst und hat am Samstag trotzdem etwas anderes vor. Wer mit der vollen Zahl plant, plant an einem Abend vorbei, den es so nicht geben wird.
Alles allein machen wollen
Ein zweiter DJ bringt eigene Gäste mit — der wirksamste Hebel für einen ersten Abend. Wer die ganze Spielzeit für sich behält, behält auch das ganze Risiko.
Nach dem Abend verschwinden
Der zweite Termin entsteht, solange der Laden zufrieden ist und die Zahlen frisch sind. Eine Woche später ist dieselbe Frage eine Bewerbung.
Bevor die erste Einladung rausgeht
Fünf Punkte, die danach nicht mehr zu verhandeln sind.
Abrechnung schriftlich
Wer was bekommt, in eigenen Worten, in einer Nachricht.
Anfang und Ende festgelegt
Die Endzeit steht oft nicht bei dir — frag sie ab, statt sie anzunehmen.
Geklärt, wer die Rechte anmeldet
In aller Regel der Laden. Einmal gefragt zu haben, kostet nichts.
Geklärt, wer die Technik stellt
Und ob sie funktioniert — nicht am Abend selbst, sondern vorher.
Zwanzig Leute persönlich gefragt
Einzeln, mit Datum. Ein Aushang für alle ersetzt das nicht.
Was diese Seite bewusst nicht beantwortet: die Rechtsfragen. Wer die Musikrechte anmeldet, ob eine Veranstaltung als öffentlich gilt, wann Schluss sein muss — das hängt am Land, an der Stadt und am Betrieb, und es gehört in aller Regel demjenigen, der die Schankerlaubnis hat, also dem Laden. Frag es trotzdem einmal ab. Nicht, weil es deine Aufgabe wäre, sondern weil ein Betrieb, der darauf keine Antwort hat, auch sonst selten gut vorbereitet ist. Was dahintersteckt, behandeln wir an anderer Stelle ausführlich.
Häufige Fragen
Wie viele Gäste brauche ich, damit es sich lohnt?
Weniger, als du denkst — und die Zahl gehört zum Raum, nicht zum Abend. Ein kleiner Raum, der voll wird, ist für alle Beteiligten ein Erfolg; derselbe Abend in einem doppelt so grossen Raum sieht aus wie ein Reinfall, obwohl genauso viele da sind. Frag den Laden, ab welcher Zahl es sich für ihn rechnet, und wähl den Raum danach.
Welcher Wochentag ist für einen ersten eigenen Abend richtig?
Der, den du bekommst — und das ist fast nie der Samstag. Das ist kein Nachteil: Unter der Woche sind die Erwartungen niedriger, der Laden ist froh über jeden Gast, und niemand vergleicht dich mit der Veranstaltung, die sonst dort läuft. Ein voller Donnerstag bringt dich weiter als ein halbleerer Samstag.
Soll ich Eintritt nehmen?
Beim ersten Mal eher nicht. Eintritt ist eine Hürde genau in dem Moment, in dem du am wenigsten zu bieten hast — nämlich einen Namen, den noch niemand kennt. Er lohnt sich, wenn Leute wegen der Reihe kommen und nicht wegen dir persönlich. Und ob überhaupt kassiert werden darf, entscheidet nicht der DJ: Das ist eine Frage an den Betrieb.
Was mache ich, wenn kaum jemand kommt?
Den Abend trotzdem ordentlich zu Ende spielen — und zwar für die Leute, die da sind. Ein Veranstalter, der um halb zwölf sichtbar aufgibt, wird nicht wieder gefragt; einer, der vor fünfzehn Leuten dasselbe liefert wie vor hundert, sehr wohl. Der Laden merkt sich beides. Danach ehrlich rechnen: Lag es am Tag, am Raum, an der Einladung? Es lag selten an der Musik.
Muss ich mich um die Musikrechte kümmern?
In aller Regel nicht — das gehört zu dem Betrieb, der die Räume betreibt und ausschenkt. Trotzdem gehört die Frage einmal gestellt: Ein Laden, der darauf keine Antwort hat, ist meistens auch beim Rest unvorbereitet. Wenn du selbst Räume mietest und selbst kassierst, sieht die Lage anders aus; dann ist es keine Frage mehr an den Ratgeber, sondern eine an jemanden, der deine Stadt und deinen Fall kennt.
Lohnt es sich, einen zweiten DJ dazuzunehmen?
Für einen ersten Abend fast immer. Du halbierst deine Spielzeit und verdoppelst im besten Fall den Raum, weil jeder eigene Leute mitbringt. Wichtig ist nur, dass die Abrechnung vorher zwischen euch geklärt ist — dieselbe Regel wie gegenüber dem Laden, und sie wird unter Freunden noch häufiger übersprungen.
Das Handwerk davor
Der Abend gehört dir — und alle hören zu
An deinem eigenen Abend gibt es keinen Headliner, hinter dem du dich verstecken kannst, und keinen Slot, der vorbeigeht. Die Stunden dazwischen musst du selbst tragen können — das lernst du hier, Phase für Phase.
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