Was die Hersteller wirklich sagen
Die Anweisung im Handbuch ist bemerkenswert knapp: mit einem trockenen, weichen Tuch abwischen, und ausdrücklich keine organischen Reiniger und keine säure- oder alkalihaltigen Mittel verwenden. Mehr steht dort nicht — und das ist kein Auslassen, sondern die Antwort.
Das schliesst mehr aus, als es zunächst klingt: Spülmittel, Fensterreiniger, Desinfektionsmittel, Kontaktsprays. Alles davon ist irgendwo in dieser Liste. Was fehlt, ist genau das, wonach die meisten suchen — ein Mittel, das hilft. Es gibt keines; es gibt nur Vorbeugen und Ersetzen.
Wo der Schmutz wirklich sitzt
Vier Stellen, und nur an einer davon hilft ein Tuch.
| Stelle | Was dort passiert | Was du tust |
|---|---|---|
| Fader-Schlitze | Staub fällt hinein und wird beim Ziehen mitgeschliffen | Blasen, nicht wischen. Ein Tuch schiebt ihn tiefer. Kratzt es weiter, ist es Verschleiss und kein Schmutz. |
| Buchsen | Ein Staubfilm sitzt auf dem Kontakt und wird beim Stecken eingepresst | Vor dem Anschliessen säubern — so steht es im Handbuch. Danach kommt man nicht mehr heran. |
| Jog-Wheel-Rand | Handschweiss und Zucker machen den Rand klebrig | Trockenes Tuch nach jedem Abend. Klebrig heisst hier nicht schmutzig, sondern ungenau — der Griff rutscht anders. |
| Unter dem Gerät | Getränk läuft nicht oben rein, sondern unten hoch | Nie direkt auf den Tisch stellen, wo etwas stehen könnte. Ein paar Millimeter Luft retten mehr als jede Reinigung. |
Die eine Regel: nie etwas auf das Gerät sprühen
Selbst wenn ein Mittel erlaubt wäre, gehört es auf das Tuch und nie auf das Gerät. Alles, was gesprüht wird, läuft — und es läuft nach unten, also genau dorthin, wo Fader, Regler und Platine sitzen. Ein Gerät stirbt selten an dem, was oben drauf war, sondern an dem, was hineingelaufen ist.
Dasselbe gilt für Druckluft aus nächster Nähe: Sie treibt den Staub nicht heraus, sondern hinein. Etwas Abstand und schräg halten, damit er einen Weg nach draussen hat.
Der Ablauf, Schritt für Schritt
Sechs Schritte, zusammen etwa zehn Minuten. Zwei davon macht man vor dem Anschliessen, nicht danach.
Strom und Rechner trennen
Vor jedem Wischen: Netzteil raus, USB ab. Nicht wegen Stromschlag, sondern weil ein Tuch über Fader und Knöpfe streicht — und ein eingeschaltetes Gerät jede dieser Bewegungen als Eingabe versteht.
Mit einem trockenen, weichen Tuch abwischen
Das ist die Anweisung des Herstellers, wörtlich: abwischen mit einem trockenen, weichen Tuch. Kein Wasser, kein Spülmittel, kein Mikrofasertuch, das noch feucht vom Abwasch ist.
Staub aus den Zwischenräumen blasen, nicht wischen
Zwischen Fadern und um die Knöpfe herum schiebt ein Tuch den Staub nur tiefer hinein. Ein Blasebalg oder Druckluft aus etwas Abstand holt ihn heraus, statt ihn zu verteilen.
Buchsen und Stecker vor dem Anschließen säubern
Auch das steht so im Handbuch: Buchsen und Stecker vor dem Anschluss reinigen. Ein Kontakt mit Staubfilm überträgt schlechter, und was man einmal hineindrückt, sitzt drin.
Getränke aus der Reichweite des Pults nehmen
Die häufigste Todesursache eines Controllers ist kein Alter, sondern Zucker: Cola und Bier trocknen zu einer klebrigen Schicht, die Fader festsetzt und Kontakte überbrückt. Wasser verdunstet, Zucker bleibt.
Nach dem Transport erst akklimatisieren lassen
Ein Gerät, das aus dem kalten Auto in den warmen Raum kommt, beschlägt innen — und eingeschaltet wird aus Kondenswasser ein Kurzschluss. Eine halbe Stunde stehen lassen kostet nichts.
Fünf Fehler, die Geräte kosten
Reinigungsmittel direkt auf das Gerät sprühen
Alles, was gesprüht wird, läuft nach unten — also genau dorthin, wo Fader und Platine sitzen. Wenn überhaupt, dann aufs Tuch.
Kontaktspray in den Fader
Viele dieser Sprays greifen Kunststoff und Schmierfett an, und herausholen kann man sie nicht mehr. Ein kratzender Fader ist ohnehin meist Verschleiss, kein Schmutz.
Nach dem Verschütten einschalten und ausprobieren
Genau das Einschalten richtet den Schaden an, den die Flüssigkeit allein noch nicht angerichtet hätte. Erst trocknen lassen, dann testen.
Aus dem kalten Auto direkt anschliessen
Innen schlägt sich Feuchtigkeit nieder. Eine halbe Stunde stehen lassen ist der ganze Trick.
Das Gerät offen im Zimmer stehen lassen
Der meiste Staub landet nicht beim Spielen darauf, sondern in den Tagen dazwischen. Ein Tuch drüber ist die wirksamste Massnahme überhaupt.
Was dauerhaft hilft
Vorbeugen schlägt Reinigen deutlich — vier davon kosten nichts.
Eine Abdeckung
Ein Tuch reicht. Billiger und wirksamer als jede Reinigung.
Getränke ausserhalb der Armlänge
Die Regel, die keine Ausnahme verträgt — auch nicht die eigene.
Ein trockenes, weiches Tuch in der Tasche
Damit es nach dem Gig gemacht wird und nicht irgendwann.
Eine Transporttasche mit Polster
Was im Auto verrutscht, bricht an den Reglern, nicht am Gehäuse.
Die Seriennummer notiert
Braucht jede Werkstatt und jede Versicherung — und man findet sie nicht mehr, wenn das Gerät weg ist.
⚠️ Die belegten Sätze auf dieser Seite stammen aus den Handbüchern von AlphaTheta zu CDJ-3000 und DDJ-FLX4. Für andere Hersteller gilt sinngemäss dasselbe, aber wir behaupten das nicht als deren Aussage: Wer ein Gerät einer anderen Marke hat, findet den Abschnitt „Reinigung“ in seinem eigenen Handbuch — er ist meist eine halbe Seite lang und beantwortet die Frage abschliessend.
Häufige Fragen
Mein Fader kratzt beim Ziehen — womit reinige ich ihn?
Erst einmal gar nicht: Ein kratzender Channel Fader ist meistens kein Reinigungsproblem, sondern ein Verschleissproblem. Die leitende Bahn darin nutzt sich ab, und kein Mittel bringt sie zurück. Was von aussen hilft, ist Staub aus dem Schlitz blasen. Bleibt das Kratzen, ist der Channel Fader fällig — bei vielen Geräten ist er ein Ersatzteil, das eine Werkstatt in einer halben Stunde tauscht.
Darf ich Kontaktspray benutzen?
Die Handbücher verbieten organische Reiniger sowie säure- und alkalihaltige Mittel zur Reinigung — und ein Kontaktspray ist genau ein organisches Lösungsmittel. Das ist unsere Lesart dieser Anweisung, keine Aussage des Herstellers über Kontaktspray im Besonderen; das Handbuch nennt das Produkt nicht beim Namen. Es spricht trotzdem alles dagegen: Viele dieser Sprays greifen Kunststoff und Schmierfett an, und was einmal in einen Fader gelaufen ist, holt niemand wieder heraus.
Und der Bildschirm am Gerät?
Derselbe Weg wie beim Gehäuse: trockenes, weiches Tuch. Glasreiniger gehört an Fenster, nicht an ein Display mit Beschichtung. Und Druck bringt hier gar nichts — wer fester wischt, verkratzt nur.
Wie oft sollte ich reinigen?
Nach jedem Gig kurz abwischen und abdecken, alle paar Monate einmal gründlich mit Luft. Der eigentliche Punkt ist aber nicht das Intervall, sondern der Anlass: Wer nach einem Abend mit verschüttetem Getränk NICHT sofort nachsieht, findet das Problem erst, wenn der Fader klebt.
Bringt eine Abdeckung wirklich etwas?
Es ist die wirksamste Massnahme überhaupt und die billigste. Der meiste Staub landet nicht beim Spielen auf dem Gerät, sondern in den Tagen dazwischen, in denen es offen im Zimmer steht. Ein Tuch reicht.
Wann lohnt sich eine Werkstatt?
Wenn ein Regler springt, ein Kanal stumm bleibt oder etwas hineingelaufen ist. Bei Flüssigkeit gilt: sofort ausschalten, Netzteil ziehen, NICHT wieder einschalten zum Ausprobieren — genau das Einschalten richtet den Schaden an, den das Getränk allein noch nicht angerichtet hätte.
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