Zwei Modi, zwei Aufgaben
Das Handbuch führt EXPORT- und PERFORMANCE-Modus in eigenen Kapiteln, und das ist keine Formalie: Die Oberflächen unterscheiden sich, und Funktionen, die du im einen suchst, liegen im anderen. Wer zu Hause an einem Controller übt und im Club auf Player spielt, arbeitet in beiden — nacheinander, nicht gleichzeitig.
EXPORT-Modus
Vorbereiten und auf ein Speichermedium schreiben — für Player, die deinen Rechner nie sehen. Hier lebt alles, was mit Bibliothek, Analyse, Cues und Playlisten zu tun hat, und hier entsteht der Stick für den Club.
PERFORMANCE-Modus
Spielen aus der Software heraus, mit angeschlossener Hardware. Das ist der Modus, in dem du zu Hause übst — und der, für den ein Hardware-Unlock-Gerät die Abo-Pflicht aufhebt.
Was es kostet — und was nicht
AlphaTheta schreibt es selbst: Wer ein Hardware-Unlock-Gerät anschließt, kann damit den PERFORMANCE-Modus steuern, ohne einen kostenpflichtigen Abonnementplan zu abonnieren. Die FAQ nennt dabei unter anderem PERFORMANCE-Modus, Recording, das Teilen von Mixes, MIDI LEARN, MERGE FX und SAMPLE SCRATCH. Daneben stehen die Pläne Free, Core, Creative und Professional.
Was die Bezahlpläne darüber hinaus enthalten, grenzt der Hersteller in dieser FAQ nicht ab — deshalb steht es hier auch nicht. „Kostenlos mit passender Hardware im Performance-Modus“ ist belegt; „komplett kostenlos“ wäre es nicht, und der Unterschied fällt genau dann auf, wenn du eine Funktion brauchst.
Von der Installation zum ersten Export
Acht Schritte, die du beim ersten Mal in einer Stunde durchgehst und danach in zehn Minuten pro Abend. Sie sind die eigentliche Antwort auf die Frage, warum manche DJs im Booth ruhig wirken.
Den richtigen Modus wählen
Beim Start entscheidest du, wofür die Sitzung da ist: EXPORT-Modus zum Vorbereiten und Schreiben auf ein Speichermedium, PERFORMANCE-Modus zum Spielen mit angeschlossener Hardware. Das Handbuch beschreibt beide getrennt, und die Bedienoberfläche sieht entsprechend anders aus — wer sie verwechselt, sucht Funktionen, die im anderen Modus liegen.
Musik importieren, statt sie zu suchen
Ordner in die Sammlung ziehen und dort belassen, wo sie auf der Platte liegen. rekordbox merkt sich den Pfad; wer Dateien danach im Explorer verschiebt, hat eine Bibliothek voller Fragezeichen. Ein einziger Musikordner, ein einziges Mal aufgeräumt, spart später Stunden.
Analysieren lassen — im Stapel
Markiere alles Neue und starte die Analyse in einem Zug. Sie berechnet Wellenform, Tempo und Raster; ohne sie ist ein Track im Booth ein weißes Feld. Der beste Zeitpunkt ist der Abend, an dem die Musik ankommt, nicht der Abend vor dem Gig.
Das Beat Grid prüfen und korrigieren
Spring in die Mitte des Tracks, nicht an den Anfang: Ein Raster, das vorn passt und hinten wandert, fällt nur dort auf. Zum Nacharbeiten kennt rekordbox eigene Griffe — das Raster millisekundenweise verschieben, den Abstand weiten oder engen, den BPM-Wert verdoppeln oder halbieren und das Raster ab der aktuellen Position neu setzen.
Cues setzen, wo du sie im Dunkeln brauchst
rekordbox speichert bis zu 16 Hot Cues und 10 Memory Cues je Track und kann Cue-Punkte auf Wunsch automatisch setzen. Nutz das Kontingent nicht aus: Ein Punkt am Einstieg, einer am ersten Drop und einer an der letzten brauchbaren Ausstiegsstelle sind im Booth mehr wert als sechzehn Farben, die du im Dunkeln unterscheiden müsstest.
Playlisten für den Abend bauen, nicht für die Ewigkeit
Eine Liste je Situation — Warmup, Hauptteil, Notfall. Die Playlist ist die Form, in der die Musik später auf dem Stick landet, und sie ist im Booth die einzige Struktur, die du unter Druck noch überblickst. Genres als Dauerordner sind Verwaltung; Abendlisten sind Vorbereitung.
Auf das Gerät exportieren — über die Software
Stick anschließen und Track oder Playlist über die Export-Funktion auf das Gerät schreiben. Nur dieser Weg nimmt die Datenbank mit Raster, Cues und Listen mit; ein Kopieren im Dateimanager erzeugt einen Stick, der im Player nach nichts aussieht. Achte auf das Dateisystem: FAT32 unter Windows, FAT32 oder HFS+ am Mac.
Den Stick gegenprüfen — und einen zweiten mitnehmen
Stick abziehen, wieder anstecken, eine Playlist öffnen, einen Track laden. Was am eigenen Rechner funktioniert, muss nicht am Player funktionieren, und der schlechteste Moment für diese Erkenntnis ist der Beginn deines Slots. Zwei identische Sticks sind die billigste Versicherung im ganzen Setup.
Das Beat Grid — der Punkt, an dem Sorgfalt zahlt
Ein verschobenes Raster macht Sync unbrauchbar, Loops krumm und jeden Cue-Punkt ungenau. rekordbox bringt für die Korrektur eigene Werkzeuge mit, und sie stehen alle im Handbuch:
Um eine Millisekunde schieben
Das ganze Raster nach links oder rechts bewegen. Der Griff für Tracks, deren Raster zwar stimmt, aber um einen Hauch versetzt sitzt.
Abstand weiten oder engen
Verändert den Abstand zwischen den Rasterlinien um eine Millisekunde. Nötig bei Aufnahmen, die langsam davonlaufen — der Anfang passt, das Ende nicht.
BPM verdoppeln oder halbieren
Setzt den Tempowert auf das Doppelte oder die Hälfte; die Rasterabstände folgen entsprechend. Der Standardfall bei langsamen Genres, die die Analyse doppelt so schnell einschätzt.
Raster ab hier neu setzen
Setzt das Raster ab der aktuellen Position neu — die Rettung für Live-Aufnahmen und alles, was ohne Klick eingespielt wurde.
In der Mitte prüfen, nicht am Anfang
Ein Raster, das vorn passt und hinten wandert, sieht am Track-Anfang perfekt aus. Spring in die Mitte und ans Ende, bevor du einen Track für fertig erklärst.
Der Export auf den Stick
Hier scheitern die meisten ersten Club-Abende, und zwar an derselben Stelle: Dateien wurden kopiert statt exportiert. rekordbox schreibt nur auf Medien mit unterstütztem Dateisystem und nimmt die Datenbank nur über die eigene Export-Funktion mit.
| Dateisystem | Geeignet für | Was zu beachten ist |
|---|---|---|
| FAT32 | Windows und Mac | Die sichere Wahl. Das Handbuch nennt FAT32 für Windows und FAT32 oder HFS+ für den Mac. |
| HFS+ | nur Mac | Läuft, wenn du ausschliesslich am Mac vorbereitest — an einem Windows-Rechner wird derselbe Stick zum Problem. |
| exFAT | je nach Gerät | Der Hersteller verweist auf seine Geräteliste in der FAQ: Ob exFAT geht, entscheidet der Player, nicht die Software. |
| NTFS und HFS | nicht unterstützt | rekordbox kann darauf nicht schreiben. Ein Stick, der im Explorer tadellos aussieht, ist damit für den Booth wertlos. |
Fünf Fehler, die im Booth teuer werden
Dateien kopieren statt exportieren
Der häufigste erste Club-Schreck. Ohne die Export-Funktion wandert die Datenbank nicht mit — auf dem Player stehen dann Ordner ohne Raster, ohne Cues, ohne Playlisten.
Musik nach dem Import verschieben
rekordbox merkt sich, wo eine Datei liegt. Wer danach im Dateimanager aufräumt, bekommt eine Bibliothek voller Fragezeichen — und findet die Tracks erst wieder, wenn er sie neu zuordnet.
Am Abend vor dem Gig analysieren
Die Analyse braucht Zeit und Rechenleistung, und sie ist die Voraussetzung für alles andere. Wer sie auf den letzten Abend legt, hat weder Zeit für die Grid-Kontrolle noch für Cues.
Sechzehn Hot Cues setzen, weil es geht
Das Kontingent ist eine Obergrenze, keine Vorgabe. Im Dunkeln und unter Druck sind drei verlässliche Punkte mehr wert als sechzehn, deren Bedeutung du erst nachschlagen musst.
Nur einen Stick mitnehmen
Sticks fallen herunter, werden im Booth vergessen und gehen kaputt. Zwei identische Sticks sind die billigste Absicherung, die du in diesem ganzen Hobby kaufen kannst.
Hinweis: Alle Angaben zu Modi, Cue-Anzahl, Raster-Werkzeugen, Export und Dateisystemen sind der rekordbox-Bedienungsanleitung und der Hersteller-FAQ entnommen; Stand August 2026. Software ändert sich schneller als Hardware — wenn ein Menüpunkt bei dir anders heißt, gilt das Handbuch deiner Version und nicht dieser Text.
Häufige Fragen zu rekordbox
Was ist der Unterschied zwischen EXPORT- und PERFORMANCE-Modus?
Es sind zwei getrennte Betriebsarten derselben Software, und das Handbuch behandelt sie in eigenen Kapiteln. Im EXPORT-Modus bereitest du vor und schreibst auf ein Speichermedium — für Player, die deinen Laptop nie sehen. Im PERFORMANCE-Modus spielst du aus rekordbox heraus, mit angeschlossenem Controller. Wer zu Hause übt und im Club auf CDJs spielt, benutzt beide.
Ist rekordbox kostenlos?
Teilweise, und die Grenze verläuft anders, als viele denken. AlphaTheta schreibt: Wer ein Hardware-Unlock-Gerät anschließt, kann damit den PERFORMANCE-Modus steuern, ohne ein kostenpflichtiges Abo zu haben. Freigeschaltet sind laut FAQ unter anderem PERFORMANCE-Modus, Recording, MIDI LEARN und MERGE FX. Daneben gibt es die Pläne Free, Core, Creative und Professional — was die Bezahlpläne zusätzlich enthalten, grenzt die FAQ nicht ab, und wir behaupten es deshalb auch nicht.
Wie viele Hot Cues und Merkpunkte kann ein Track haben?
Bis zu 16 Hot Cues und 10 Memory Cues — so steht es im Handbuch, im Abschnitt über die CUE-Analyse. Die Analyse kann Cue-Punkte auch automatisch setzen; bei kurzen Tracks mit wenigen Phrasen fallen dabei weniger an als die eingestellte Obergrenze. Für die Praxis reichen drei bis vier gut gesetzte Punkte je Track länger, als die Zahl vermuten lässt.
Kann ich die Dateien nicht einfach auf den Stick kopieren?
Nein — jedenfalls nicht so, dass der Player etwas davon hat. rekordbox kennt eigene Befehle, um einen Track oder eine ganze Playlist auf das Gerät zu exportieren, und nur auf diesem Weg wandert die Datenbank mit Beat Grid, Cues und Playlisten mit. Ein Kopiervorgang im Dateimanager schiebt Audiodateien auf einen Stick, aus dem im Booth eine Ordnerliste ohne Vorbereitung wird.
Welches Dateisystem braucht der USB-Stick?
rekordbox schreibt nur auf Medien mit einem unterstützten Dateisystem. Das Handbuch nennt FAT32 für Windows und FAT32 oder HFS+ für den Mac; NTFS und HFS werden nicht unterstützt. Für exFAT verweist der Hersteller auf die Geräteliste in seiner FAQ — ob dein Player damit zurechtkommt, hängt am Player, nicht an rekordbox. Im Zweifel: FAT32, und den Stick vorher neu formatieren.
Muss ich wirklich jeden Track analysieren?
Ja, und zwar bevor du ihn brauchst. Die Analyse ist die Arbeit, die Wellenform, Tempo und Raster überhaupt erst erzeugt — ohne sie ist ein Track im Booth ein blinder Fleck. Analysiere in Stapeln, nicht einzeln: importieren, laufen lassen, Kaffee holen. Am Abend vor dem Gig ist die schlechteste Zeit dafür.
Das Beat Grid sitzt falsch — was jetzt?
Es lässt sich von Hand korrigieren, und das Handbuch beschreibt jeden Griff: das Raster um jeweils eine Millisekunde nach links oder rechts schieben, den Rasterabstand um eine Millisekunde weiten oder engen, den BPM-Wert verdoppeln oder halbieren und das Raster ab der aktuellen Position neu setzen. Bei Live-Aufnahmen und älteren Tracks ist das Nacharbeiten die Regel, nicht die Ausnahme.
Rekordbox oder Serato — was soll ich lernen?
Die ehrliche Antwort hängt an deiner Hardware und an dem Club, in dem du landen willst. Wer auf Pioneer-Playern spielen will, kommt am EXPORT-Modus kaum vorbei. Wer einen Serato-Controller besitzt, lernt zuerst dessen Software. Der Vergleich der vier großen Programme steht bei uns auf einer eigenen Seite — die Grundbegriffe Analyse, Raster, Cue und Playlist bedeuten überall dasselbe.
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